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Seminar
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Zur Kritik des Staates
von Tammo Jansen und
Alexander Neupert (initiative zu förderung gesellschaftskritischer
inhalte zu osnabrück)
In bürgerlicher
Ideologie gelten Markt und Staat als Gegensätze innerhalb der
modernen Gesellschaft. Liberalismus, Sozialismus und Konservatismus
grenzen sich als politische Ideologien auch dahingehend voneinander
ab, dass sie vorgeben, mehr oder weniger Markt bzw. mehr oder weniger
Staat zu wollen, so als würden sich beide Phänomene strikt
antiproportional zueinander verhalten. Noch in der radikalen Linken
wird dieses ideologische Ping-Pong-Spiel fortgesetzt, wenn sich z.B.
anarchistische und marxistische Kommunist_Innen darüber zanken, ob
der Staat die Gesellschaft deformiert, oder die Klassengesellschaft
den Klassenstaat hervorbringt. In der fundamentalen Wertkritik
hingegen, z.B. bei Robert Kurz, gelten „Markt und Staat [als]
(…) die beiden Seiten der (…) kapitalistischen Medaille“,
als Pole der kapitalistischen Vergesellschaftung. Dieses Bild
impliziert zwar ihren Zusammenhang, erfasst aber nicht dessen
Ausprägungen. Zwar wird festgestellt, dass Staat und Markt sich
gegenseitig bedingen, wie z.B. jeder Arbeitsvertrag des Rechtsstaates
und der Steuerstaat des Geldverkehrs bedarf.
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