| Hainrich 01: Der Stall (März 2005) |
|
|
|
|
Nach tapferem Ringen gegen innere und äußere Widerstände hat sich der Wille der landwirtschaftlich interessierten Burgmüllerinnen und Burgmüller in einem eindrucksvollen Mammutprojekt vor den Toren der Kooperative manifestiert: der neue Stall... Obwohl er seiner kompletten baulichen Fertigstellung harrt, haben die Ziegen und Kühe ihn bereits bezogen. Die Vorteile des neuen Stalls liegen auf der Hand beziehungsweise 100 Meter vom Wohnhaus entfernt, sprich, das unmittelbare Nebeneinander von Tier und Mensch findet etwas Entspannung. Weit schwerer für die Menschen, die unmittelbar am Tier ihren Dienst tun, dürfte wiegen, dass der neue Stall durch ein intelligentes Raumordnungsverfahren die tagtägliche Auseinandersetzung mit dem Getier erheblich erleichtert. Während z.B. im alten Stall Arbeitskräfte in chinesischen Dimensionen für das Ausmisten via Hand (na gut, eine Schaufel gab´s meistens dazu) verschlissen wurden, wird dies fortan maschinell erledigt. Ähnliches gilt für das Einfahren des Heus und für vieles andere mehr.Nicht ganz so pompös, dennoch auf den ersten Blick erkennbar, sind die kleinen Verbesserungen am Wohnhaus. Waren in früheren Wintern die maroden Fenster Spielwiese für diverse klobige Eisgebilde auf den inneren Fensterbänken, so hat sich ein Wandergeselle unserer erbarmt und diesen Notstand abgestellt. Nachdem er gut einen Monat in unserer Schreinerei verschwand, kam er mit 21 niegel-nagel-neuen Fenstern zum Vorschein. Die blauen Augen der Burgmühle verdanken wir also ihm. Allerdings wer A sagt, muss manchmal auch B sagen. Und das geht so: Große Teile des Wohnhauses der Kooperative sind mit Wänden versehen worden, deren Dämmfähigkeit an die von T-Shirts heranreicht [Übertreibung als Mittel der Verdeutlichung]. Ganze 12 cm trennen zu wärmendes Inneres von kaltem Außen. Damit wird das Problem in Umrissen erkennbar: die neuen isolierverglasten Fenster taugen nur etwas, wenn das wandige Drumherum ebenfalls neu bemäntelt wird. Das Wohnhaus der Kooperative soll also noch in diesem Jahr gedämmt werden. Als „Kollateralschaden“ bekäme die komplette Fassade ein neues Gesicht - schön oberflächlich. Ohne Euch mit allzuvielen Details zu langweilen, hier die wesentlichen Hochlichter. Den ersten Bauabschnitt verdanken wir der realsozialistischen Baukunst, Fachwerk mit Betonputz zu versiegeln. Ganz der dialektischen Weltanschauung verpflichtet, wurde auch im Bau versucht, Widersprüche zu vereinen, was im Fall der Burgmühle planmäßig umgesetzt wurde. Der Betonputz verhindert nämlich das Diffundieren des Wasserdampfes von Innen nach Außen. Das Wasser sammelt sich im Mauerwerk und in Verbindung mit dem Holz können so beachtliche Bauschäden erzielt werden. Um die sogenannte Diffusionsoffenheit wieder herzustellen, muss also der ganze Putz runter. Wir erinnern uns: Betonputz! Mit einem Hämmerchen ist da nicht viel zu wollen, hier muss größeres Gerät ran. Wir hoffen, dass wir im Mai mit diesem Entmantelungsverfahren fertig sind, um den Bauabschnitt 2 zu beginnen: Das Anbringen der Dämmung. Aller grünen Propaganda zum Trotz manifestiert sich auch hier wieder die Tatsache, dass die moderne Ökonomie nicht mit Ökologie zu vereinbaren ist. Unsere Kassenlage schreit förmlich nach einem konventionellen Dämmstoff (wegen der Diffusionsoffenheit kommt hier nur Mineralwolle in Frage). Dagegen sträuben sich alle sinnlichen Nackenhaare und unsere ökologische Restvernunft hält nach einer weitaus teuren Öko-Lösung Ausschau. Nach längerem Gezerre haben wir unserem Hang zur Unrentabilität nachgegeben und uns für eine Schilfrohrdämmung entschieden. Dabei werden 2 Schilfrohrplatten a 5 cm übereinander an die Wand geschraubt, macht – genau: 10 cm Dämmung. In Phase 3 wird direkt auf das Schilf der Putz aufgetragen, der wiederum mit Farbe versehen und schon ist der Sommer 2005 vorbei und die Kooperative Haina um einen optischen Fremdkörper reicher. Bei all- dem sind wir -wie schon so oft- auf Eure Unterstützung angewiesen. Gerade in den Monaten Mai und Juni, aber im Prinzip auch schon vorher, sind wir für die Vernutzung Eurer Arbeitskraft im höchsten Maße empfänglich. |
|
| Letzte Aktualisierung ( Montag, 11. Dezember 2006 ) |
| < Zurück |
|---|













